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Februar 13, 2020

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TRENDRADAR
03 / 2020

M&A Trendradar für die Baubranche 2020+

Begrenzte Verarbeiterkapazitäten und niedrige Produktivität sind derzeit die gravierendsten Probleme der Bauzulieferindustrie. Durch eine Konsolidierung auf Verarbeiter-Ebene, die „Industrialisierung“ durch Modular-Building sowie digitalisierte Prozesse sollen die Effizienz im Bau gesteigert und Fachkräfte entlastet oder ersetzt werden.

Positive Impulse entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bau werden durch geplante Milliardeninvestitionen in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung, Breitbandausbau oder erneuerbare Energien erwartet. Damit Produzenten, Planer, Händler, Verarbeiter und Betreiber davon profitieren, müssen sie jedoch die entscheidenden Umstellungen vorantreiben. Dazu gehört für Hersteller vor allem, eine individuelle „Green Strategy“ in Richtung energie- und ressourceneffizientes Bauen zu entwickeln sowie sich mit neuen Materialien und Technologien auseinanderzusetzen. Unser M&A Trendradar für die Bauzulieferindustrie zeigt, wo sich Chancen für Investitionen ergeben.

1. Die Verarbeiter-Ebene konsolidiert sich

Auf Ebene der Verarbeiter beobachten wir derzeit eine zunehmende Konsolidierung und die damit einhergehende Professionalisierung. Durch den Zusammenschluss kleinerer Verarbeiter sollen Größenvorteile generiert und Effizienzen gehoben werden.
Größere Verarbeiter setzen zusätzlich auch konsequent auf eine stärkere Vertikalisierung ihrer Wertschöpfung: Wer mehrere Gewerke aus einer Hand anbieten kann, hat in Zukunft die Nase vorn.

2. Modular-Building – von der Baustelle in die Fabrik.

Die „Industrialisierung“ der Bautätigkeit, z.B. durch Robotertechnologie, treibt die Standardisierung voran. So lassen sich Kosten sparen, die Bauzeit wird verkürzt, Fachkräfte werden entlastet oder ersetzt.
Die wachsende Bedeutung des Modular Building-Ansatzes führt zu einer stärkeren Verlagerung der Wertschöpfung – von der Baustelle in die Fabrik. Für Hersteller bieten sich Möglichkeiten, die eigene Wertschöpfungstiefe zu erhöhen und zusätzliche Potenziale zu generieren. Das betrifft nicht nur größere Module (z.B. „Wohncontainer“), sondern auch kleinere Baugruppen, z.B. die Abdichtung von Dächern, wo maßgefertigte Dachbahnen direkt auf die Baustelle geliefert werden.

3. Greta ist überall

Das Thema Klimaschutz macht auch vor der Baubranche nicht halt. Neue Standards, aber auch Kundenanforderungen, zwingen Hersteller zur Neuausrichtung. „Green Building“ steht für energieeffizientere Häuser und ressourceneffizientes Bauen, z.B. durch die Verarbeitung von recycelten Materialien oder dem Einsatz von Naturstoffen.
Profiteure sind Hersteller, die schon heute ihre Technikkompetenzen und ihr Produktions-Know-how entsprechend erweitern – z.B. durch die Fähigkeit, in Zukunft verstärkt recycelte Granulate in der Herstellung von extrudierten Werkstoffen einzusetzen, bei gleichbleibend hohen Qualitätsstandards und Produkteigenschaften.

4. Digitalisierung im Bau – wer macht’s?

Neben dem Aufbau eines Datenökosystems spielen derzeit vor allem vier Themen eine Rolle: digitale Planung & Kontrolle, digitaler Vertrieb, Manufacturing 4.0 und Smart Products. Noch haben sich hier keine branchenweiten Standards oder dominante Player etabliert. Die Entwicklung wird jedoch immer rasanter und das Fenster für lukrative Einstiegsmöglichkeiten wird kleiner.
Unternehmen die schon heute ihre eigenen Prozesse digitalisieren und ihre Geschäftsmodelle anpassen, z.B. durch die Verfügbarkeit ihrer digitalen Produkteigenschaften „am richtigen Ort zur richtigen Zeit“, werden in Zukunft zu den Gewinnern zählen.

5. Wird Keramik zum alten Eisen?

Neue Materialen und Technologien könnten die Herstellerlandschaft in der Baubranche massiv verändern. Beispiele dafür finden sich in allen Segmenten: So genannte „Schlauchliner“ ermöglichen die grabenlose Rohrsanierung und sparen so Zeit und Kosten.
Mineralische Gusswerkstoffe („Resin“) bieten in der Sanitärbranche neue Möglichkeiten für die Individualisierung von Produkten und Effizienzen in Herstellung und Verarbeitung. Sie könnten v.a. im Bereich Duschwannen traditionelle Materialien wie Keramik, Acryl und Stahl verdrängen.
Etablierte Hersteller, die sich nicht mit den neuen Materialien und Technologien auseinandersetzen, könnten stärker unter Druck geraten. Wer hier keine Entwicklung verschlafen will, sollte Marktbewegungen und Übernahmen im europäischen
Ausland im Blick behalten.

6. Get rid and carve out!

Laufende Portfoliobereinigungen und Carve-Outs haben in der Baubranche 2019 zu erhöhter M&A-Aktivität geführt. So haben große Unternehmen wie BASF, Saint-Gobain oder CRH Teile ihrer Portfolios veräußert. Käufer waren in diesen Fällen oft Finanzinvestoren, die verstärkt auf die Baubranche setzen.
Dazu passt auch die gestiegene Anzahl an Fonds mit Fokus auf den Infrastrukturbereich. In den kommenden Jahren erwarten wir davon weitere Impulse für die M&A-Aktivitäten in der Bauchbranche.
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