ESG im Mittelstand: Zwei Fragen an Dr. Sebastian Theopold

Die Sanitärbranche im Umbruch: Handelsmarken und Online-Handel sind auf der Gewinnerseite. Ein Statement von Bauexperte Dr. Constantin Greiner.
Februar 25, 2022
Autor
Marisa Elsäßer

INTERVIEW

ESG im Mittelstand: Zwei Fragen an Dr. Sebastian Theopold.

Interview

„Nachhaltig ist das neue Profitabel“, denn die Anforderungen an Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung steigen stetig. Hinzu kommt, dass Politik und Staat die regulatorischen Schrauben für die Wirtschaft weiter anziehen und sich Unternehmen dem nicht entziehen können. Hat der Mittelstand die ESG-Transformation angenommen? Sebastian Theopold ist Mittelstandsexperte und hat eine Untersuchung zu ESG im Mittelstand durchgeführt. Wir haben ihm zwei Fragen zu diesem wichtigen Thema gestellt.

„Sustainability wird zu einem KPC für den Mittelstand!”

Dr. Sebastian Theopold, Mittelstandsexperte bei Munich Strategy

Wie weit ist der Mittelstand in Deutschland bei ESG?
Theopold: Grundsätzlich ist zu sagen, dass sich die Unternehmen ihrer Verantwortung stellen – wenngleich noch nicht flächendeckend. 44% der Mittelständler haben schon heute eigene ESG-Programme entwickelt und dokumentieren die Ziele und den Fortschritt in Nachhaltigkeitsberichten. Das ist erfreulich und ein Beleg dafür, dass sich hier etwas entwickelt. Diese Unternehmen begreifen ESG-Konformität dabei weniger als Bürde, sondern vielmehr als Wettbewerbsvorteil. Nachholbedarf sehen wir bei den verbleibenden 2/3 der Unternehmen. Sie müssen rasch beginnen und definieren, was nachhaltig ist und dazu ein verlässliches Regelwerk erstellen. In den kommenden Jahren wird eine belastbare ESG-Berichterstattung zu einem festen Bestandteil. Ohne ESG Strategie läuft man Gefahr, den Anschluss zu verlieren, denn Sustainability wird zu einem KPC für den Mittelstand.
Wie können Mittelständler in dieser unsicheren Zeit überhaupt Nachhaltigkeit planen? Ob Ukrainekrieg, Energiekrise oder Corona: die Unternehmen müssen sich laufend, kurzfristig und schnell auf Neues einstellen?
Theopold:  Risiken und Unsicherheiten sind ein grundsätzlicher Bestandteil unternehmerischen Handelns. Es kann also immer vorkommen, dass Ereignisse eintreten, die man nicht erwartet hat oder deren Eintrittswahrscheinlichkeit von Firmen niedriger eingeschätzt wurden. Das entbindet aber nicht davor, die großen Phänomene wie z.B. den Klimawandel oder die Erderwärmung, von denen uns die Experten sagen, dass sie kommen werden, ernst zu nehmen und diesen mit der eigenen Unternehmensstrategie sowie der Selbstverpflichtung entsprechend Rechnung zu tragen.  Machen wir es einfach: alle Projekte, die ein Mittelständler vorantreibt, die die Erderwärmung verlangsamen, sind ein wertvoller Beitrag.
Vielen Dank für deine Einschätzung!

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